Auf der Jagd nach Falschmeldungen – Jugendliche als FakeHunter in Bibliotheken unterwegs!

Rendsburg, 29. November 2018

Mit dem Planspiel „Die FakeHunter“ gehen die Büchereizentrale Schleswig-Holstein und die Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein e.V. neue Wege, um Jugendliche für Fake News zu sensibilisieren.

Kinder und Jugendliche werden durch bewusst gestreute Falschmeldungen im Netz besonders verunsichert. Sie haben noch kein ausreichendes Problembewusstsein entwickelt, um Täuschung und Manipulation im Internet zu erkennen. Mit dem Planspiel „Die FakeHunter“ wollen Bibliotheken im Land Schulen bei der Vermittlung von Medien-, Recherche- und Informationskompetenz unterstützen. Es soll Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse an Methoden heranführen, absichtlich verbreitete Falschinfomationen zu erkennen. In Teams werden die Schülerinnen und Schüler detektivisch tätig und überprüfen Online-Meldungen eines fiktiven Nachrichten-Portals mithilfe von Prüfwerkzeugen und verlässlichen Quellen aus Internet, Datenbanken oder Bibliotheken, verifizieren diese oder entlarven sie als Schwindel. Das News-Portal wurde exklusiv für das Planspiel erstellt, um eine geschützte und werbefreie Umgebung zu schaffen, in der die Nachwuchsdetektive auf Jagd nach Fakes gehen können.

In eigens entwickelten Schulungen werden die Bibliotheken für die Durchführung des Planspiels „Die FakeHunter“ fit gemacht. Die Einrichtungen verstehen sich als Bildungspartner von Schulen, um Jugendlichen systematisch einen kritischen und sachgerechten Umgang mit digitalen und analogen Medien nahezubringen.

„Viele Jugendliche haben Angst, sich frei im Internet zu bewegen. Falschmeldungen scheinen die Weltmeinung und Wahlen wesentlich zu beeinflussen. Mit dem Planspiel führen die beteiligten Bibliotheken Schülerinnen und Schüler auf spielerische Weise an die Welt des gesicherten Wissens heran und vermitteln damit einen kritischen und kompetenten Umgang mit Falschmeldungen im Netz“, erläutert Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen, Direktor der Büchereizentrale Schleswig-Holstein.

Die Förderung durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein ermöglicht es, in Zusammenarbeit mit der Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein e.V. das Planspiel gemeinsam mit einer bibliothekarischen Arbeitsgruppe und Studierenden der HAW Hamburg zu entwickeln und den Bibliotheken im Land zur Verfügung zu stellen. Gert Haack, Referatsleiter im Kultusministerium, erklärt anlässlich der Projektvorstellung: „Die großen Plattformen im Internet mit ihren Hunderten Millionen von Nutzerinnen und Nutzern machen es möglich, dass Falschinformationen und Verschwörungstheorien heute in Windeseile verbreitet und massenhaft geteilt werden. Dagegen können die FakeHunter etwas tun.“

„Wir freuen uns, mit der Büchereizentrale im Netzwerk Medienkompetenz Schleswig-Holstein einen starken Partner für dieses wichtige Thema des erzieherischen Kinder- und Jugenschutzes gefunden zu haben“, ergänzt Ria Lissinna, Geschäftsführerin der Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein e.V.

GrenzGenial! 35 Jahre Kinder- und Jugendbuchwochen

Rendsburg, 06. November 2018

Mehr als 300 Veranstaltungen an 82 verschiedenen Orten: 34 Autoren, Illustratoren und Theatergruppen machen sich auf den Weg, um Kinder und Jugendliche dies- und jenseits der Grenze für Literatur zu begeistern.

„Jedes Kind muss lesen lernen“ – Mit dieser Forderung wurde ausgehend von der „Hambur-ger Erklärung“ prominenter Persönlichkeiten aus Bildung, Kultur, Wissenschaft und Gesell-schaft, u.a. der Kinderbuchautorin Kirsten Boie als Initiatorin, eine bundesweite Diskussion zum Thema Lesen angestoßen. Wie bunt und vielfältig die Welt des Lesens ist, zeigen auch in diesem Jahr die Kinder- und Jugendbuchwochen, die vom 05. bis zum 17. November bereits zum 35. Mal in Schleswig-Holstein und Nordschleswig stattfinden. In 82 Büchereien sind 34 Autoren, Illustratoren, Geschichtenerzähler und Liedermacher zu Gast, um ihre Freude an Literatur, Geschichten und Sprache mit Kindern und Jugendlichen zu teilen.

Mehr als 300 Lesungen, Workshops und Theateraufführungen bieten rund 15.000 Kindern und Jugendlichen aus 500 Kindergartengruppen und Schulklassen die Chance, einen Autor oder Künstler zu treffen und neue literarische Welten zu entdecken.

In ihrem Jubiläumsjahr wagen die Kinder- und Jugendbuchwochen den Sprung über die Grenze und richten den Blick auf die deutschen Büchereien in Nordschleswig. Das größte deutschsprachige Lesefest nördlich der Elbe läutete Rasmus Andresen, Vizepräsident des Schleswig-Holsteinischen Landtages, gestern in der Deutschen Zentralbücherei in Apenrade (DK) ein. Unter dem Motto „grenzGenial“ gaben Schülerinnen und Schüler der deutschen Schulen in Nordschleswig einen Einblick in Projektarbeiten, die gemeinsam mit den Büchereien durchgeführt wurden. Neben der Präsentation ausgewählter Ergebnisse eines kreativen Schreibworkshops mit dem Hamburger Autor Silas Matthes stand die Vorstellung des Kurz-films „Unsere Bücherei“ auf dem Programm, der von Schülerinnen und Schülern der Deut-schen Privatschule Feldstedt erarbeitet wurde. Die deutschen Büchereien in Nordschleswig arbeiten im Rahmen vielfältiger Leseförderprojekte seit vielen Jahren eng mit den deutschen Schulen zusammen. Musikalisch begleitet wird die Eröffnung vom Kinderchor Nordschleswig unter der Leitung von Susanne Heigold.

Landtagsvizepräsident Rasmus Andresen betonte in seiner Eröffnungsrede: „Bücher verlei-hen Flügel, sie eröffnen Welten, sie stiften Freundschaften, sie machen klug, sie trösten, sie lassen uns mitfühlen, sie reißen Mauern ein und sie überwinden Grenzen.“

„Die Vielfalt der Literatur eröffnet Kindern und Jugendlichen grenzüberschreitend neue Wel-ten, Kulturen, Werte und Anschauungen – und ermöglicht es, dass Miteinander auf Verständ-nis aufbaut und nicht von Vorurteilen dominiert wird“, erklärte Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen, Geschäftsführer des Büchereivereins Schleswig-Holstein.

Die jährlich im November in rund 80 Büchereien stattfindenden Kinder- und Jugendbuchwo-chen bilden seit 35 Jahren eine feste Größe im Literaturkalender des Landes. Die Bücherei-zentrale Schleswig-Holstein koordiniert seit 1984 die Organisation des größten Lesefestivals in der Region.

Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein fördert die 35. Kinder- und Jugendbuchwochen mit insgesamt 14.500 Euro. Weitere rund 85.000 Eu-ro für die Finanzierung der 300 Veranstaltungen bringen Kommunen, Schulen, Fördervereine und lokale Unterstützer auf.

Das Programm der kommenden zwei Wochen ist vielfältig: 34 namhafte Autoren und Künst-ler reisen vom 05. bis zum 17. November durch ganz Schleswig-Holstein. Dabei sind unter anderem Ingo Siegner („Der kleine Drache Kokosnuss“), Jörg Hilbert („Ritter Rost“), Maja Niel-sen (Autorin der preisgekrönten Sach- und Hörbuchreihe „Abenteuer! Maja Nielsen erzählt“) und der Lesekünstler des Jahres 2017 Kai Pannen.

Mit dem Staunen fängt es an: Kooperationsprojekt regt Kinder und Jugendliche zum Nachdenken und Mitgestalten an

Rendsburg, 06.08.2018

Die Büchereizentrale Schleswig-Holstein entwickelt in Kooperation mit den Lübecker Bücherpiraten Angebote zur UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Gefördert wird das Vorhaben durch den Fonds Nachhaltigkeitskultur des Rates für Nachhaltige Entwicklung.

„Was machen wir, wenn das Wasser alle ist?“, „Warum gibt es Menschen, die nicht abgeben?“
Mit diesen und anderen Fragen beschäftigten sich in der vergangenen Woche zehn Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren im Rahmen einer fünftägigen Illustrations- und Diskussionswerkstatt in Lübeck.
Die kreative Ferienwerkstatt „Mit dem Staunen fängt es an – Fragen an die Welt in Wort und Bild“ der Bücherpiraten bildet den Auftakt des Projekts „Das weiße Blatt – Weltbilder und Bilderwelten zum Weiterdenken mit Kindern“, das die Büchereizentrale Schleswig-Holstein in Kooperation mit den Bücherpiraten durchführt. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche dazu anzuregen, über ihre Vorstellungen von einer lebenswerten Umwelt nachzudenken. Das Vorhaben knüpft an die zentralen Kernbotschaften der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (UN) an.

Auf Initiative der Bücherpiraten sammelte ein Netzwerk aus Pädagogen im gesamten deutschsprachigen Raum Gedanken und Eindrücke von Kindern im Vor- und Grundschulalter. Welche Fragen haben Kinder an die Welt, wenn sie über Frieden nachdenken oder Dinge in der Natur entdecken, wenn sie von ihrem Zuhause und ihren Familien erzählen – was wollen Kinder wissen? Und was wollen sie verändern?
Unter der pädagogischen Leitung von Martin Gries und mit Unterstützung der Illustratorin Anne Hofmann wurde fünf Tage lang diskutiert, geschrieben und gestaltet. Aus 17 ausgewählten Fragen und Gedanken zu Zielen der UN-Agenda ist das illustrierte Buch „Wie entsteht eigentlich Zukunft“ entstanden, das während der Werkstattwoche bereits in 30 Sprachen übertragen wurde, darunter Arabisch, Englisch, Französisch, Mandarin, Russisch, Spanisch und Plattdeutsch. Abrufbar ist das Ergebnis als kostenloser Download unter www.bilingual-picturebooks.org.

In der zweiten Projektphase hält das Bilderbuch Anfang nächsten Jahres in Form von Bildkartensätzen für das Kamishibai-Erzähltheater Einzug in Schleswig-Holsteins Bibliotheken. Thematisch vom Lektorat der Büchereizentrale auf die Fragestellungen abgestimmte Medienangebote laden Kinder im Vor- und Grundschulalter zum Weiterdenken und kreativen Mitgestalten ein. Auch ein animierter Kurzfilm wird zu dem Projekt entstehen, der die Ideen und Bilder der Kinder und Jugendlichen in die Welt trägt.

Für Susanne Brandt, Projektleiterin der Büchereizentrale Schleswig-Holstein, sind Öffentliche Bibliotheken wichtige Vermittler im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung: „Sie laden Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Dörfern und Städten dazu ein, die Welt, in der wir leben, in vielerlei Weise wahrzunehmen, über den Tellerrand zu schauen und miteinander Ideen zu verwirklichen. Dafür brauchen Menschen nicht nur Informationen, sondern ebenso Geschichten, Fantasie, Erfahrungen mit Kunst und Kreativität, einen lebendigen Austausch und persönliche Begegnungen. Auch die Bibliotheken selbst brauchen für diese Aufgaben Partner und Netzwerke. Deswegen sind Kooperationen wie hier mit den Bücherpiraten von großer Bedeutung beim gemeinsamen Engagement für eine lebenswerte Zukunft.“

„Kinder fragen sich, wie es sein wird, wenn sie größer werden. Wenn wir Erwachsene darüber nachdenken, was wir in den nächsten Jahren ändern werden oder so belassen wie es ist, sollten wir vorher hinhören, was Kinder beschäftigt. Denn sie werden diese Zukunft leben. Ich hoffe, das Projekt verschafft den Fragen der Kinder einen großen Raum“, ergänzte Martin Gries, pädagogischer Leiter der Bücherpiraten anlässlich des Projektstarts in Lübeck.