„LeseLachmöwe – Bilderbücher öffnen Horizonte“

Rendsburg, 25. April 2019

Auf Initiative der schleswig-holsteinischen Sparkassen entwickelte die Büchereizentrale Schleswig-Holstein ein neues Angebot zur frühkindlichen Sprach- und Leseförderung in Kindertagesstätten und Familien. Die Schirmherrschaft hat der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther übernommen.

Das Gemeinschaftsprojekt „LeseLachmöwe – Bilderbücher öffnen Horizonte“ will die Begeisterung für Bücher und Geschichten schon bei den Kleinsten wecken. Gleichzeitig sollen Eltern motiviert werden, ihren Kindern vorzulesen und gemeinsam Sprache zu entdecken. Über Öffentliche Bibliotheken wird eine Auswahl altersgerechter Bilderbücher als erweiterbare Sammlung an Kindertagesstätten verliehen. Die einzelnen Bücher stecken in bunten, miteinander verknüpften Taschen, die zusammengesetzt eine 10 Meter lange Kette ergeben. Die Ankunft der LeseLachmöwe wird so zu einem besonderen Erlebnis im Kita-Alltag.

Anlässlich des landesweiten Projektstarts besuchten Ministerpräsident Daniel Günther und Sparkassen-Präsident Reinhard Boll heute die Gemeindebücherei Kronshagen. Rund 20 Kinder der kommunalen Kita Fußsteigkoppel begrüßten die LeseLachmöwe mit einem Lied, bevor ihnen Schirmherr Daniel Günther und Sparkassen-Präsident Reinhard Boll das Bilderbuch „Nick und der Wal“ von Benji Davies vorlasen.

„Bücher gehören in jede Kita und in jede Familie. Je früher und öfter vorgelesen wird, desto mehr Lust und Neugierde bekommen die Kinder auf das eigene Lesen. Daher habe ich sehr gerne die Schirmherrschaft für die LeseLachmöwe übernommen“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther. Er dankt dem Sparkassen- und Giroverband, allen mitmachenden Kommunen und Büchereien sowie der Büchereizentrale für diese großartige Idee für eine frühkindliche Lese- und Sprachförderung.

„Die Öffentlichen Bibliotheken in Schleswig-Holstein leisten mit diesem Projekt einen wichtigen Beitrag zur Leseförderung“, erklärte Oke Simons, Direktor der Büchereizentrale Schleswig-Holstein. „Mit der LeseLachmöwe ermöglichen Bibliotheken Kindern spielerisch den niedrigschwelligen Zugang zu Büchern und stärken gleichzeitig das Vorlesen in den Familien. Wir freuen uns, mit den Sparkassen im Land beim Thema Leseförderung erneut am selben Strang zu ziehen!“

Dank der finanziellen Unterstützung durch die schleswig-holsteinischen Sparkassen in Höhe von rund 65.000 Euro werden bis zu den Sommerferien insgesamt 50 Bibliotheken, darunter zwei Fahrbüchereien, jeweils mit einer LeseLachmöwe im Wert von rund 1.000 Euro ausgestattet.

„Die LeseLachmöwe ist aus meiner Sicht bestens geeignet, die Leseförderung im ganzen Land voranzubringen. Die LeseLachmöwe holt die Kinder zu Hause und in der Kita ab und macht sie mit Büchereien vertraut“, erläuterte Reinhard Boll, Präsident der schleswig-holsteinischen Sparkassen. „Das Gute ist, dass wir hier viele Fliegen mit der berühmten einen Klappe schlagen können. Und ich bin stolz darauf, dass wir nicht nur diejenigen sind, die für die Finanzierung sorgen, sondern die, die sich von vornherein maßgeblich in die Entwicklung eingebracht haben“, so Boll.

Mit einer Leihfrist von drei Monaten können künftig Jahr für Jahr bis zu 200 Kindertagesstätten im ganzen Land bei der Sprach- und Leseförderung unterstützt werden. Umfangreiche Begleitmaterialien für die Sprach- und Erzählförderung liefern Impulse für die Praxis. Begleitet wird die LeseLachmöwe von einem Reisetagebuch, in dem Kinder und Erziehende ihre Erfahrungen während des Besuchs der LeseLachmöwe festhalten können.

Die Familie ist ein wichtiger Bildungsort für Kinder. Eltern erhalten daher im Rahmen des Projekts vielfältige Anregungen für die individuelle Sprachförderung. Eine bildgestützte Ratgeberbroschüre zeigt, wie einfach sich Vorlesemomente in den Alltag integrieren lassen. Damit die Bilderbücher den Weg in die Familien finden, lassen sich die Taschen leicht voneinander trennen und als Rucksack nutzen, mit denen Kinder die Bücher zum gemeinsamen Vorlesen, Erzählen und Entdecken mit nach Hause nehmen können.

Bei der Auswahl der Buchtitel wurde besonders auf eine thematische Vielfalt geachtet, so dass auch bildgestützte oder mehrsprachige Geschichten enthalten sind. Auf diese Weise tragen die Bücher dazu bei, auch in Familien Erzählanlässe zu schaffen, die mit dem Vorlesen oder der deutschen Sprache weniger vertraut sind. Zusammengestellt wurde die Bilderbuchauswahl vom Lektorat der Büchereizentrale in Anlehnung an das Programm „Bücher-Kita“ der Freien Hansestadt Bremen.

Vorbild der LeseLachmöwe ist die sogenannte „Leselotte“ – ein lebendiges Konzept zur Leseförderung, das aus Südtirol stammt und bereits an zahlreichen Orten Kinder fürs Lesen begeistern konnte. Gestaltet und genäht wurden für das Vorhaben insgesamt 1.250 Bücher-Taschen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Mürwiker Werkstätten in Flensburg.

Weitere Informationen und Begleitmaterialien finden Sie unter: www.leselachmöwe.de

 

Büchereistandorte, die bis zu den Sommerferien eine LeseLachmöwe erhalten:

Ahrensbök, Ahrensburg, Bad Oldesloe, Bad Schwartau, Bargteheide, Bordesholm, Brunsbüttel, Eckernförde, Ellerau, Elmshorn, Eutin, Fahrbücherei 11 im Kreis Stormarn, Fahrbücherei 15 im Kreis Segeberg, Fehmarn, Geesthacht, Glückstadt, Halstenbek, Harrislee, Heikendorf, Heiligenhafen, Henstedt-Ulzburg, Itzehoe, Kaltenkirchen, Kellinghusen, Kiel, Kronshagen, Lauenburg, Lensahn, Lübeck, Neustadt, Niebüll, Nortorf, Oldenburg, Pinneberg, Plön, Preetz, Quickborn, Ratzeburg, Rendsburg, Schacht-Audorf, Schleswig, Sörup, St. Peter-Ording, Süderbrarup, Tarp, Tönning, Trappenkamp, Wahlstedt, Wedel

 

Kontakt für Rückfragen und Bildmaterial

Büchereizentrale Schleswig-Holstein

Wrangelstr. 1, 24768 Rendsburg / Waitzstr. 5, 24937 Flensburg

Projektkoordination:

Susanne Brandt, Tel.: 0461/8606-167, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Öffentlichkeitsarbeit:

Lisa Wetendorf, Tel.: 04331/125-412, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

„Das weiße Blatt – Weltbilder und Bilderwelten zum Weiterdenken mit Kindern“

Rendsburg, 26. März 2019

Die Büchereizentrale Schleswig-Holstein entwickelt in Kooperation mit den Bücherpiraten e.V. aus Lübeck Angebote zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Gefördert wird das Vorhaben durch den Fonds Nachhaltigkeitskultur des Rates für Nachhaltige Entwicklung.

Welche Fragen haben Kinder an die Welt, wenn sie über Frieden nachdenken oder Dinge in der Natur entdecken, wenn sie von ihrem Zuhause und ihren Familien erzählen – was wollen Kinder wissen? Und was wollen sie verändern? Das Projekt „Das weiße Blatt – Weltbilder und Bilderwelten zum Weiterdenken mit Kindern“ will Heranwachsende dazu anzuregen, ihre Umwelt wahrzunehmen, eigenen Ideen von einem guten Leben Gestalt zu geben und miteinander Neues auszuprobieren. Das Vorhaben knüpft an die zentralen Kernbotschaften der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (UN) an.

Die kreative Ferienwerkstatt „Mit dem Staunen fängt es an – Fragen an die Welt in Wort und Bild“ bei den Bücherpiraten e.V. in Lübeck bildete im Sommer 2018 den Auftakt des Projekts. Fünf Tage lang wurde diskutiert, geschrieben und gestaltet. Auf der Basis von zuvor gesammelten Kinderfragen zu den Kernbotschaften der Agenda entstand das illustrierte Online-Bilderbuch „Wie entsteht eigentlich Zukunft“, das bereits in knapp 30 Sprachen übertragen wurde, darunter Arabisch, Englisch, Französisch, Mandarin, Russisch, Spanisch und Plattdeutsch. Weltweit abrufbar ist das Produkt von Kindern und Jugendlichen für Kinder und Jugendliche als kostenloser Download unter www.bilingual-picturebooks.org.

In der zweiten Projektphase hält das Bilderbuch jetzt in Form von Bildkartensätzen für das japanische Papiertheater Kamishibai Einzug in Schleswig-Holsteins Bibliotheken, um den abstrakten Begriff „Nachhaltigkeit“ lebensnah für Kinder zu veranschaulichen. Das bildgestützte Erzählen soll zu einer kreativen Auseinandersetzung anregen. Thematisch vom Lektorat der Büchereizentrale auf die Fragestellungen abgestimmte Medienboxen laden Kinder im Vor- und Grundschulalter zum Weiterdenken und Mitgestalten ein. Die dafür rund 50 ausgewählten Titel knüpfen mit Geschichten und Informationen an die Bilder und Fragen zur Agenda 2030 an und unterstützt Büchereien im Land bei der Kooperation mit Kitas und Schulen. Ein projektbegleitend entstandener animierter Kurzfilm der Künstlerin Linda Plagmann trägt die Ideen und Bilder der Kinder und Jugendlichen von Schleswig-Holstein hinaus in die Welt. Eine Arbeitshilfe und ein Liederheft zum Projekt erleichtern den Einsatz in der Praxis.

Der multimediale Charakter der Materialien erlaubt vielfältige Auseinandersetzungen mit dem Thema „Nachhaltigkeit“. Bis Mitte März 2019 konnten bereits mehr als 100 Multiplikatoren aus Bibliotheken, Grundschulen und Kitas im In- und Ausland im Rahmen von Workshops die Begleitmaterialien kennenlernen und Umsetzungsideen ausprobieren.

Für Susanne Brandt, Projektleiterin der Büchereizentrale Schleswig-Holstein, sind Öffentliche Bibliotheken wichtige Vermittler im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung: „Sie bieten nicht nur eine Fülle von Informationen. Wichtiger noch ist es, die eigene Wahrnehmung und Lust am Weiterdenken anzuregen, durch kreative Medienarbeit die Gestaltungskompetenz zu stärken, Ideen von jungen Menschen zu teilen und zu zeigen: Auch du kannst etwas verändern.“

Riccarda Retsch, wissenschaftliche Referentin des Rates für Nachhaltige Entwicklung, erklärte anlässlich der Projektvorstellung in der Stadtbücherei Schwarzenbek: „Die Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen ist ohne hochwertige Bildung, die die kritische Analyse, kreative Lösungsansätze und eigenverantwortliches Handeln junger Menschen fördert und ihnen Zugang zu wirksamen Wissensformaten schafft, nicht umzusetzen. ‚Das weiße Blatt‘ ist mit seinen vielfältigen Elementen, die zum Mitmachen, Nachdenken und selbst Gestalten anregen und die Auseinandersetzung mit den globalen Nachhaltigkeitszielen fördert, ein hervorragendes Beispiel für hochwertige Bildung.“

 

Erste Nacht der Bibliotheken in Schleswig-Holstein

Erstmals findet die „Nacht der Bibliotheken“ auch im Norden statt.

Mehr als 50 Bibliotheken in ganz Schleswig-Holstein öffnen am 15. März ihre Türen, um neugierig zu machen auf ihr umfangreiches Angebot. Unter dem Motto „Mach es“ lockt ein buntes Programm, das zum Mitmachen animiert und zeigt, dass Bibliotheken lebendige Orte sind.

Ab 19 Uhr heißt es: Ausprobieren, Selbermachen, Neues entdecken! Mit kreativen Ideen bieten Bibliotheken in Schleswig-Holstein ihren Besucherinnen und Besuchern viele Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. An Orten im ganzen Land treffen Besucherinnen und Besucher auf Buchbinder, Imker, Kabarettisten, Manga-Zeichner, Musiker, Zauberkünstler und Krimiautoren. „Mach es!“ lautet die Aufforderung beim Book-Speed-Dating, Tango-Tanzkurs, Upcycling-Workshop, 3D-Drucken, Basteln, Stricken, Musikmachen oder auf einer Rallye durch die Bücherei.

Das landesweite Programm wächst täglich, nachzulesen unter www.bz-sh.de.

Die Nacht der Bibliotheken soll die Aufmerksamkeit auf Bibliotheken lenken und ihre vielfältigen Leistungen als unverzichtbare Kultur- und Bildungseinrichtungen hervorheben.

Durchgeführt wird die „Nacht der Bibliotheken“ in Schleswig-Holstein mit freundlicher Unterstützung der Bibliotheken NRW. Seit 2005 organisiert der Verband der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen e. V. (vbnw) alle zwei Jahre die „Nacht der Bibliotheken“. In NRW beteiligen sich rund 200 Einrichtungen.