Mobile Bibliothek der Dinge: Wer teilt, wirft weniger weg!

Rendsburg, 17.09.2020

Ob Lochzange, Akkuschrauber, Bluetooth-Lautsprecher oder Sportgeräte wie Slackline und Faszienrollen – in den Büchereien in Schleswig-Holstein können jetzt auch Alltagsgegenstände ausgeliehen werden.

Möglich macht das ein neues Projekt der Büchereizentrale Schleswig-Holstein: Die Mobile Bibliothek der Dinge unterstützt Öffentliche Bibliotheken im Land, ihr Angebot zu erweitern und temporär neben Büchern, Zeitschriften, DVDs und digitalen Medien auch Utensilien für Alltag und Freizeit zu verleihen. Bibliothekskunden finden so in ihrer Bücherei Geräte, die eher selten benötigt werden oder nur in wenigen Haushalten vorhanden sind und können diese ganz einfach zu Hause ausprobieren. Das regt zum Teilen an, spart Geld und vermeidet Müll. Ziel ist es, auch kleinere Büchereien und Fahrbüchereien in Schleswig-Holstein dabei zu unterstützen, Ideen zur Nachhaltigkeit umzusetzen und zu einem umweltbewussten Konsum anzuregen. Inspiriert von Vorbildern in Lauenburg, Köln oder Hamburg sollen auch in Schleswig-Holsteins Bibliotheken kreative Räume entstehen, die inspirieren und zum Austausch anregen.

Gefördert durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein mit insgesamt 12.060 Euro hat das Lektorat der Büchereizentrale sieben Sets zusammengestellt, die künftig als Austauschbestände von Büchereien im ganzen Land genutzt werden können. Jedes Set umfasst 13-14 unterschiedliche Geräte und Utensilien. Enthalten sind praktische Alltagshelfer, wie Strommessgerät oder Reiseadapter, Sportgeräte, Technikequipment wie Sofortbildkamera oder Heimplanetarium, aber auch Musikinstrumente oder ein E-Book-Reader. Ergänzt wird die Auswahl um zwei Medienpakete zum Thema „Sharing und Nachhaltigkeit“. Die Gegenstände der Mobilen Bibliothek der Dinge können sinnvoll mit den Beständen der Büchereien verknüpft werden und den Impuls geben für die Einrichtung einer eigenen Bibliothek der Dinge.

Für Oke Simons, Direktor der Büchereizentrale Schleswig-Holstein, sind Öffentliche Bibliotheken Orte der Wissensvermittlung, des Austauschs und der Kommunikation. Auf dem Weg zu Treffpunkten mit hoher Aufenthaltsqualität schaffen lebensnahe Angebote wie die Mobile Bibliothek der Dinge weitere Anreize für Besuche in der Bibliothek und schärfen das Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit: „Mit der Mobilen Bibliothek der Dinge folgen die Öffentlichen Bibliotheken in Schleswig-Holstein dem Trend zu einem bewussteren Umgang mit Ressourcen und regen zu gemeinschaftlichem Konsum an, denn: Wer teilt wirft weniger weg!“

Dr. Oliver Grundei, Staatssekretär für Wissenschaft und Kultur, bedankt sich bei der Büchereizentrale für die neue Initiative: „Die Büchereizentrale bringt diese Idee zum kostenlosen Ausprobieren in die schleswig-holsteinische Bibliothekswelt. Sie bietet damit einen barrierefreien und nichtkommerziellen Zugang zu praktischen und nützlichen Dingen und technischen Geräten des Alltags. Mit der mobilen Variante kann man sehen, was nachgefragt wird. Ich wünsche der Mobilen Bibliothek der Dinge guten Erfolg und flächendeckende Resonanz!“

Landesweiter Auftakt in der Bücherei Sörup
Zum landesweiten Start des von der Büchereizentrale initiierten Projekts überreicht Kulturstaatssekretär Dr. Oliver Grundei heute in der Bücherei Sörup die erste Mobile Bibliothek der Dinge an Büchereileiterin Regine Berthold. Das Büchereiteam freut sich auf einen Test und denkt bereits über die Einrichtung einer eigenen Bibliothek der Dinge nach.

Die Leihverkehrs- und Ergänzungsbibliothek in Flensburg hält insgesamt sieben Sets der Mobilen Bibliothek der Dinge vor, die ab sofort von Stadt- und Gemeindebüchereien in ganz Schleswig-Holstein ausleihfertig mit einer Leihfrist von drei Monaten entliehen werden können.

Rollender Dritter Ort: Zukunftskonzept für Fahrbüchereien in Schleswig-Holstein gesucht

Rendsburg, 12.08.2020

Der Büchereiverein Schleswig-Holstein entwickelt für die 13 Fahrbüchereien im Land mit breiter Bürgerbeteiligung ein innovatives Zukunftskonzept. Das Vorhaben wird von der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen ihres Programms „hochdrei – Stadtbibliotheken verändern“ über einen Zeitraum von rund zwei Jahren mit 200.000 Euro gefördert. Das Land Schleswig-Holstein beteiligt sich mit zusätzlichen 20.000 Euro.

Fahrbüchereien sind als mobile Bibliotheken lebendige Lern- und Begegnungsorte für die Bevölkerung im ländlichen Raum, die den gesellschaftlichen Wandel mitgestalten und das Miteinander in den Dörfern und Gemeinden stärken. Um von den Bürgerinnen und Bürgern noch stärker als offene und kommunikative Treffpunkte, verlässliche Informationszentren und digitale Kompetenzpartner wahrgenommen zu werden, entwickelt der Büchereiverein Schleswig-Holstein in den nächsten zwei Jahren im Kreis Rendsburg-Eckernförde ein innovatives Zukunftskonzept für alle Fahrbüchereien im Land.
Bei der Erarbeitung des Konzepts steht Bürgerbeteiligung an erster Stelle. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort und in enger Zusammenarbeit mit der lokalen Politik sowie Partnern wie Volkshochschulen und MarktTreffs als wichtige Nahversorger in den Gemeinden entstehen in Zukunftswerkstätten neue Ideen für die Fahrbücherei. Die Beteiligung von Nutzern und (Noch-)Nichtnutzern des Fahrbüchereiangebots soll dazu beitragen, miteinander in Dialog zu treten und persönliche Wünsche und Vorstellungen von Beginn an in das neue Konzept einfließen zu lassen.

„Fahrbüchereien sind seit Jahrzehnten ein Garant in der Vermittlung von kultureller Bildung im ländlichen Raum. Jetzt ist die Zeit gekommen, dass sie sich zu kulturellen Treffpunkten und rollenden Dritten Orten weiterentwickeln“, erklärt Hans-Joachim Grote, Vorsitzender des Büchereivereins, anlässlich des Projektstarts in der Gemeinde Sehestedt. „Ziel ist es, unsere Fahrbücherei 2 im Kreis Rendsburg-Eckernförde noch stärker mit anderen Kultur- und Bildungsakteuren vor Ort zu vernetzen und ihre Sichtbarkeit auch außerhalb der Haltezeiten in den Gemeinden deutlich zu erhöhen.“ Das Pilotvorhaben setzt wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Fahrbüchereiwesens in Schleswig-Holstein. Insgesamt 13 Fahrbüchereien versorgen derzeit 575.434 Menschen an 1.964 Haltstellen in 566 Gemeinden. Sie haben in den Fahrzeugen und in den Magazinen einen Medienbestand von 320.434 Medien und erzielten damit im vergangenen Jahr 917.133 Entleihungen.
Mit dem Projektauftakt in der Gemeinde am Nord-Ostsee-Kanal läutet die Fahrbücherei das Ende der Sommerpause ein. Ab sofort fährt die mobile Bibliothek wieder alle 159 Haltepunkte in 50 Gemeinden an. Unter Einhaltung bestimmter Vorgaben ist auch das Betreten des Fahrzeugs zur Rückgabe, Auswahl und Entleihung von Medien möglich. Als weiterer Schritt der Öffnung nach den Corona bedingten Einschränkungen im Ausleihbetrieb werden ab sofort auch rund 30 Kindergärten und 17 Schulen im Kreisgebiet wieder regelmäßig angefahren. Kinder zählen zur größten Lesergruppe der Fahrbücherei. Mit speziellen Angeboten, wie den Wissensboxen für den Unterricht, setzt sich das Team um Leitung Stefanie Beier für eine frühzeitige Förderung der Lese- und Sprachfertigkeiten ein. Ziel ist es, Kinder früh auf die Medienvielfalt neugierig zu machen und ihr Interesse zu wecken.

Rollender Dritter Ort: 200.000 Euro Förderung für die Fahrbücherei

Rendsburg, 15.6.2020

Der Büchereiverein Schleswig-Holstein wird für die 13 Fahrbüchereien im Land mit breiter Bürgerbeteiligung ein innovatives Zukunftskonzept entwickeln. Das Vorhaben wird von der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen ihres Programms „hochdrei – Stadtbibliotheken verändern“ über einen Zeitraum von rund zwei Jahren mit 200.000 Euro gefördert. Das Land Schleswig-Holstein beteiligt sich mit zusätzlichen 20.000 Euro.

Die Digitalisierung stellt auch die Fahrbüchereien in Schleswig-Holstein vor neue Herausforderungen. Als starke Kultur- und Bildungsinstitutionen im ländlichen Raum erweitern sie nicht nur ihr mobiles Medien- und Serviceangebot, sondern erfinden sich als präsente Treffpunkte in Dörfern und Gemeinden völlig neu.  

Dabei soll das Konzept des sogenannten „Dritten Ortes“, der mit einer hohen Aufenthaltsqualität ein Lern- und Begegnungsort für alle Bürgerinnen und Bürger bislang nur an festen Standpunkten umgesetzt wurde, auf die Fahrbüchereien in Schleswig-Holstein übertragen werden. Dieses Pilotprojekt wird der Büchereiverein Schleswig-Holstein in der Fahrbücherei 02 im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Kooperation mit MarktTreffs, Volkshochschulen und anderen lokalen Partnern bis Ende 2021 umsetzen.  

„Fahrbüchereien sind seit Jahrzehnten ein Garant in der Vermittlung von kultureller Bildung im ländlichen Raum. Jetzt ist die Zeit gekommen, dass sie sich noch stärker zu kulturellen Treffpunkten und rollenden Dritten Orten weiterentwickeln“, erklärt Oke Simons, Geschäftsführer des Büchereivereins, anlässlich der Förderzusage.

Über Bürgerbeteiligungsprozesse in Form von Zukunftswerkstätten entsteht eine Vision für die Fahrbücherei der Zukunft. Ziel ist es, die Sichtbarkeit der mobilen Bibliothek in den Gemeinden auch außerhalb der Haltezeiten zu erhöhen, die Alltagskultur mit einem vielfältigen Medien- und Informationsangebot zu bereichern und die Ortskerne zu beleben. Die Fahrbücherei der Zukunft soll nach Vorstellung von Oke Simons in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, Vereinen und Verbänden vor Ort die kulturelle Identität in den Dörfern und Gemeinden stärken und ihren Beitrag für gleichwertige Lebensverhältnisse im ländlichen Raum leisten.

Impulse aus diesem Projekt werden anschließend die Arbeit und Konzepte in den weiteren Fahrbüchereien im Land beeinflussen. Insgesamt 13 Fahrbüchereien versorgen derzeit 575.434 Menschen an 1.964 Haltstellen in 567 Gemeinden. Sie haben in den Fahrzeugen und in den Magazinen einen Medienbestand von 320.434 Medien und erzielten damit im vergangenen Jahr 917.133 Entleihungen. Die Fahrbüchereien sind im Verbund „Onleihe zwischen den Meeren“ vertreten (www.onleihe.de/sh) und ermöglichen es ihren Nutzerinnen und Nutzern so, rund um die Uhr bequem von zu Hause oder unterwegs digitale Medien zu entleihen. Die Fahrbüchereien halten für ein generationsübergreifendes Publikum vielfältige Medienangebote vor und kooperieren im Rahmen sozialer Bibliotheksarbeit auch mit Seniorenzentren und anderen sozialen Einrichtungen in der Region.