„Projekt Nachhaltigkeit 2020“: Büchereizentrale Schleswig-Holstein für herausragendes und wirksames Engagement ausgezeichnet

Rendsburg, 30.06.2020

Das Projekt „Nachhaltig erzählen“ der Büchereizentrale Schleswig-Holstein wurde im Wettbewerb „Projekt Nachhaltigkeit 2020“ ausgezeichnet. Mit dem gleichnamigen Qualitätssiegel werden Initiativen und Projekte sichtbar gemacht, die sich für eine nachhaltige Entwicklung in der gesamten Breite der Gesellschaft einsetzen. 372 Bewerbungen lagen für das Jahr 2020 vor, aus denen eine Expertenjury 40 Preisträger ausgewählt hat.

Um herausragendes und wirksames Engagement für eine Nachhaltige Entwicklung zu unterstützen, verleihen die vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) in Kooperation mit dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) jährlich die mit 1.000 Euro Auszeichnung „Projekt Nachhaltigkeit“. Der Wettbewerb „Projekt Nachhaltigkeit“ fördert seit vielen Jahren Unternehmen, Initiativen und Projekte, die sich mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen befassen.

„Nachhaltigkeit braucht Fantasie und Visionen, Hoffnung und eine lebendige Beziehung zur Umwelt. Mit Geschichten wird davon etwas spürbar. Beim gemeinsamen Erzählen und Gestalten entdecken Kinder: Das hat etwas mit mir zu tun. Auch ich kann mitwirken an einem guten Leben für alle“, fasst Projektleiterin Susanne Brandt den Kerngedanken von „Nachhaltig erzählen“ zusammen. Gemeinsam mit einem engagierten Netzwerk aus Bibliotheken und Partnern wie den Bücherpiraten Lübeck e.V. erarbeitet und teilt die Büchereizentrale Schleswig-Holstein auch weiterhin Praxis-Bausteine und Materialien, die in Öffentlichen Bibliotheken zum Einsatz kommen. Der Ansatz wird begleitet von einem lebendigen und kreativen Erfahrungsaustausch mit Akteuren aus Schleswig-Holstein, anderen Bundesländern sowie dem Ausland. Denn zur Bildung für nachhaltige Entwicklung gehört neben dem Engagement für Chancengerechtigkeit und gute Zukunftsperspektiven in der Region immer auch die globale Perspektive. Durch mehrsprachige Angebote und neue Wege der überregionalen und internationalen Zusammenarbeit von Bibliotheken trägt dieser solidarische Gedanke zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung im Sinne der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung bei.

Eine kreative Ferienwerkstatt der Bücherpiraten in Lübeck bildete im Sommer 2018 den Auftakt des Projekts. Auf der Basis von zuvor gesammelten Kinderfragen zu den Kernbotschaften der Agenda entstand dabei das illustrierte Online-Bilderbuch „Wie entsteht eigentlich Zukunft“, das bereits in 40 Sprachen übertragen wurde. Weltweit abrufbar ist das Produkt unter www.bilingual-picturebooks.org. Ergänzend dazu laden seitdem thematisch vom Lektorat der Büchereizentrale auf die Fragestellungen abgestimmte Medienboxen zum Weiterdenken und Mitgestalten ein, z.B. bei Klassenprojekten, Vorlesestunden, Autorenveranstaltungen, Buchausstellungen etc.

Im März 2020 ergaben sich durch COVID-19 neue Herausforderungen: Zuhause bleiben – und dennoch Mut und Ideen schöpfen aus einer lebendigen Beziehung zur vertrauten Umgebung „da draußen“? Unter dem Motto „Vor der Haustür die Welt…“ wurden z.T. gemeinsam mit einer Partner-Bibliothek in Serbien neue naturbezogene Mitmach-Ideen entwickelt. Und im Austausch mit Kolleginnen in Ghana entstanden „Briefe für die Zukunft“, die zu ausgewählten Kinderfragen aus dem Bilderbuch abermals andere Erfahrungen offenbaren.

Für Projektleiterin Susanne Brandt sind Öffentliche Bibliotheken wichtige Vermittler im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung: „Sie bieten nicht nur eine Fülle von Informationen. Wichtiger noch ist es, die eigene Wahrnehmung für die Welt um uns herum zu vertiefen, die Lust am Weiterdenken anzuregen, durch kreative Medienarbeit die Gestaltungskompetenz zu stärken, Ideen von jungen Menschen zu teilen und zu zeigen: Auch du kannst etwas verändern.“
So bleibt Bildung für nachhaltige Entwicklung auch in den kommenden Jahren ein Orientierungsrahmen für Angebote zur Sprach- und Leseförderung der Büchereizentrale Schleswig-Holstein.

Weitere Informationen unter: www.nachhaltig-erzaehlen.de

 

Winterzeit ist Vorlesezeit: „Dezembergeschichten“ laden zum Vorlesen im Advent

Rendsburg, 29.11.2019

Pünktlich zum ersten Advent läutet die landesweite Vorleseinitiative „Dezembergeschichten“ der Büchereizentrale Schleswig-Holstein wieder die Vorweihnachtszeit ein.

Mit der Aktion „Dezembergeschichten“ wollen die Büchereien in Schleswig-Holstein die Begeisterung für Bücher und Geschichten wecken, um die winterliche Vorlesezeit spannend und anregend für Jung und Alt zu gestalten. Seit 2006 fördert die Initiative die Vorlesekultur in den Wochen vor Weihnachten und leistet einen Beitrag zur Stärkung von Lesemotivation und Lesefreude. Mehr als 400 Exemplare der diesjährigen Dezemberbücher wurden in den vergangenen Wochen über die Büchereizentrale bezogen und sind in vielen Büchereien im ganzen Land zu entleihen.

Neben dem „Dezemberbuch des Jahres“ für Grundschulkinder wird auch 2019 ergänzend das „Kleine Dezemberbuch des Jahres“ angeboten. Die Geschichtensammlung „Zauberhafte Wintermärchen für Kindergruppen“ vereint traditionelle Erzählungen aus verschiedenen Ländern, die sich besonders gut zum Vorlesen im Kindergarten oder zu Beginn der Grundschulzeit eignen. „Mitmach-Briefe“ bieten kreative Anregungen zum Spielen, Malen oder Singen. Grundschulen können die Initiative als „literarischen Adventskalender“ nutzen: Dabei wird an jedem Schultag im Dezember aus „Der rätselhafte Adventskalender. 24 Weihnachtsgeschichten zum Knobeln“ von Isabelle Erler vorgelesen. Auch hier liefern zu den Geschichten passende „Advents-Briefe“ Anstoß zum Rätseln, Weiterdenken und Erzählen.

„Die Schulkinder werden diesmal herausgefordert, kleine Rätselaufgaben zu einzelnen Geschichten zu lösen. Was dabei spielerisch geübt wird: aufmerksames Zuhören und das Entdecken von Zusammenhängen“, erklärt Susanne Brandt von der Büchereizentrale, die das Projekt koordiniert. „Für jüngere Kinder gibt es eine Sammlung mit traditionellen Wintermärchen, eingebettet in Ideen für die Kita-Praxis. Damit kann es auch nach Weihnachten noch weitergehen. Denn Zeit zum Vorlesen und Erzählen tut Kleinen wie Großen nicht nur ‚alle Jahre wieder‘ im Advent gut. Die Büchereien in Schleswig-Holstein laden das ganze Jahr über dazu ein.“

Alle Informationen und ergänzenden Kreativ-Ideen zu den Büchern können auf der Website www.dezembergeschichten.de heruntergeladen werden. Selbstverständlich lässt sich das Angebot auch außerhalb von Schule und Kindertagesstätten individuell als Anregung zum Vorlesen nutzen – für Jung und Alt, in der Bücherei, in der Familie oder bei Weihnachtsfeiern.

Lesen bewegt! Größtes Lesefest in Schleswig-Holstein startet in Lauenburg

Rendsburg, 11. November 2019

Mehr als 300 Veranstaltungen an 90 verschiedenen Orten: 35 Autoren, Illustratoren und Theatergruppen machen sich auf den Weg, um Kinder und Jugendliche dies- und jenseits der Grenze für Literatur zu begeistern.

Die Vorlesestudie der Stiftung Lesen zeigt auch in diesem Jahr: Ein Drittel aller Eltern liest noch immer zu wenig vor. Was aber zählt überhaupt als Vorlesen? Die Studie weist darauf hin, dass auch Aktivitäten, die dem Vorlesen ähneln, Kinder fördern. Wie vielfältig die Welt des Lesens ist, zeigen auch in diesem Jahr die Kinder- und Jugendbuchwochen, die vom 11. bis zum 23. November bereits zum 36. Mal in Schleswig-Holstein und Nordschleswig stattfinden. 35 Autoren, Illustratoren, Geschichtenerzähler und Liedermacher sind in den Büchereien zu Gast, um ihre Freude an Literatur, Geschichten und Sprache mit Kindern und Jugendlichen zu teilen.

Mehr als 300 Lesungen, Workshops und Theateraufführungen bieten rund 15.000 Kindern und Jugendlichen aus 500 Kindergartengruppen und Schulklassen die Chance, einen Autor oder Künstler zu treffen und neue literarische Welten zu entdecken.

Das größte deutschsprachige Lesefest nördlich der Elbe läutete Kirsten Eickhoff-Weber, Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages, heute in der Stadt- und Schulbücherei in Lauenburg ein. Unter dem Motto „Lesen bewegt!“ gaben Grundschüler der Weingartenschule Lauenburg Einblick in das Ergebnis eines Trickfilm-Workshops mit dem Hamburger Filmemacher und Autor Till Penzek. Erzählt wird eine fantasievolle Geschichte, in der sich ein Buch auf eine abenteuerliche Reise begibt – vom Bücherbus bis ins Weltall und tief hinunter auf den Grund des Meeres. Der 2:51 Minuten lange Trickfilm unterstreicht das Ergebnis der diesjährigen Vorlesestudie: Vorlesen funktioniert nicht nur mit Büchern – Eine Geschichte frei erfinden und erzählen gehört ebenfalls dazu! Gleichzeitig hat der Workshop den Kindern kreative Weg eröffnet, um Lesen, Schreiben, Sprechen und Malen zu kombinieren.

Landtagsvizepräsidentin Kirsten Eickhoff-Weber sprach den Kindern in ihrer Eröffnungsrede ein großes Lob aus: „Ihr habt einen tollen Film gestaltet, der zeigt, wie sehr Bücher unsere Gedanken beflügeln können.“ Neben der zentralen Bedeutung, die das Lesen für die Bildung habe, sei es auch eine ganz wichtige Quelle für Fantasie, Abenteuer und Spaß. „Lesen lernen ist ein unglaublicher Schritt“, betonte Eickhoff-Weber. „Kindern eröffnet sich der Zugang zu einer neuen Welt – deshalb ist es so wichtig, dass Eltern, Großeltern, Kita und Schule dabei helfen, dass sich dieses Tor in eine andere Welt öffnen kann. Und dass Büchereien, vom Bücherbus bis zur Stadtbibliothek, gut ausgestattete und attraktive Orte sind.“ Denn Büchereien öffneten dieses Tor nicht nur tagtäglich, sie seien auch Orte voller Schätze, an denen man großen Reichtum entdecken könne, so die Landtagsvizepräsidentin.

„Bibliotheken bieten mit ihren Medienangeboten Kindern und Jugendliche verschiedene Gelegen-heiten, Literatur und Geschichten in den unterschiedlichsten Formen für sich zu entdecken. Über das Lesen kann sich jeder eine neue Sicht auf die Welt und ihre Kulturen erschließen. Die Leseförderung ist das Fundament für Bildung und gleichzeitig ein wichtiger Baustein für Chancengleichheit in unserer Gesellschaft, die sich in Zeiten von Digitalisierung immer schneller weiterentwickelt und neu erfindet“, erklärte Oke Simons, Direktor der Büchereizentrale Schleswig-Holstein.

Die jährlich im November in rund 90 Büchereien stattfindenden Kinder- und Jugendbuchwochen bilden seit mehr als 35 Jahren eine feste Größe im Literaturkalender des Landes. Die Büchereizentrale Schleswig-Holstein koordiniert seit 1984 die Organisation des größten Lesefestivals in der Region.

Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein fördert die 36. Kinder- und Jugendbuchwochen mit insgesamt 15.000 Euro. Weitere rund 85.000 Euro für die Finanzierung der 300 Veranstaltungen bringen Kommunen, Schulen, Fördervereine und lokale Unterstützer auf.

Das Programm der kommenden zwei Wochen ist vielfältig: 35 namhafte Autoren und Künstler reisen in den nächsten zwei Wochen durch ganz Schleswig-Holstein. Dabei sind unter anderem Alice Pantermüller („Mein Lotta-Leben“), Ulf Blanck („Die ??? Kids“), die Kinderliedermacherin und Autorin Bettina Göschl („Die Nordseedetektive“) sowie der amtierende Vorleseweltmeister Stefan Gemmel.

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