Bibliotheken sind bei Schleswig-Holsteinern beliebt

Das zeigt ein bundesweiter Vergleich der Ausleihen pro Einwohner in öffentlichen Büchereien. Dabei belegt Schleswig-Holstein den 1. Platz unter den Flächenländern; nur die Stadtstaaten Bremen und Hamburg erreichten höhere Zahlen.

Laut dpa haben die Einwohner Schleswig-Holsteins 2008 durchschnittlich sechs Me-dien in ihren öffentlichen Büchereien entliehen. Der Bundesdurchschnitt liege bei 4,48 Medien, so die Studie, die sich u.a. auf Daten der Deutschen Bibliotheksstatistik stützt. Der Büchereiverein Schleswig-Holstein e.V., seit 1995 eine der tragenden Säulen des schleswig-holsteinischen Büchereiwesens, bestätigt diese positiven Zahlen. Besonders im Bereich der erzählenden Kinder- und Jugendliteratur verzeichne das hiesige Büchereisystem in 2008 Zugewinne. So wurden in dieser Sparte über 9 Prozent mehr Medien in öffentlichen Büchereien entliehen als noch im Jahr 2007. Insgesamt stiegen die Entleihungen in Schleswig-Holstein um rund 5 Prozent auf 15,91 Millionen Medien.

Die Gründe für diese positiven Entwicklungen liegen u.a. in dem kontinuierlichen Bemühen um die Aktualität des Bestandes der öffentlichen Büchereien. „Um Bibliotheken als Bildungspartner und Kultureinrichtungen attraktiv zu halten, ist der Aufbau eines aktuellen und umfassenden Bestandes unerlässlich“, erläutert Rolf Teucher, Vorsitzender des Büchereivereins Schleswig-Holstein e.V.
Insgesamt stieg die Zahl der Medien in öffentlichen Büchereien in Schleswig-Holstein im Jahr 2008 um 275.000 Stück. Unter Berücksichtigung der aussortierten veralteten oder beschädigten Medien entspricht dies einem Wachstum von 2,5 Prozent, also 93.500 Einheiten wie Büchern, CDs, DVDs, Zeitungen und Zeitschriften. „Allein auf das Medium Buch bezogen, bedeutet dies, dass nun in jeder Bücherei durchschnittlich 18 Meter neue Bücher in den Regalen stehen“, veranschaulicht Teucher diese Zahlen.

Doch das sei noch nicht alles, so der Experte. Lese- und damit auch Bildungsförderung müsse gezielt betrieben werden, um nachhaltig und erfolgreich zu sein. „Die Büchereizentrale Schleswig-Holstein hat dafür nicht nur ein differenziertes Kooperationskonzept für Bibliotheken und Schulen entwickelt, sondern auch Pro-jekte initiiert und Einrichtungen geschaffen“, sagt Teucher, dessen Verein seit 1995 Träger der Büchereizentrale ist. So gebe es seit mehr als 25 Jahren immer im November die landesweiten Kinder- und Jugendbuchwochen, seit 2008 den FerienLeseClub für Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse und vor Weihnachten die Dezembergeschichten, einen Adventskalender zum Zuhören und Mitmachen für 3. und 4. Klassen.

Zudem unterhält die Büchereizentrale Schleswig-Holstein seit 2005 eine eigene Arbeitsstelle für den Bereich Bibliothek und Schule, eine mobile Schülerbücherei versorgt 1. bis 7. Klassen mit Lesestoff, und schließlich können schleswig-holsteinische Bibliotheken ihre Schulen am Ort mit alters- und fachgerecht zusammenstellten Medienboxen beliefern, die thematisch zum Lehrplan passen.

„Mit diesem vielschichtigen Angebot tragen wir aktiv dazu bei, dass sich Kinder und Jugendliche zu kompetenten Mediennutzern entwickeln und auch als Erwachsene den Büchereien treu bleiben“, ist sich Teucher sicher. Das Angebot und die Nachfrage an Leihmedien wachsen jedenfalls kontinuierlich und machen eine langfristige Förderung des Bibliothekswesens unerlässlich.

Der Büchereiverein Schleswig-Holstein e.V. hat die Aufgabe, das schleswig-holsteinische Büchereiwesen zu fördern und sich für eine flächendeckende Medien- und Informationsversorgung einzusetzen. Mit seiner Gründung 1995 übernahm er diese Aufgaben von zwei Vorgängervereinen. Seine Mitglieder sind Städte, Gemeinden, Ämter und Kreise. Der Verein bedient sich zur Erfüllung seiner Aufgaben der Büchereizentrale Schleswig-Holstein. Weitere Informationen unter www.bz-sh.de.

Kontakt

Büchereiverein Schleswig-Holstein eV.
Geschäftsführung
Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

07.07.2009