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Lisa Wetendorf

Büchereizentrale Schleswig-Holstein

Öffentlichkeitsarbeit

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Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen

Büchereiverein Schleswig-Holstein e.V.

Geschäftsführer

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Mit dem Staunen fängt es an: Kooperationsprojekt regt Kinder und Jugendliche zum Nachdenken und Mitgestalten an

Rendsburg, 06.08.2018

Die Büchereizentrale Schleswig-Holstein entwickelt in Kooperation mit den Lübecker Bücherpiraten Angebote zur UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Gefördert wird das Vorhaben durch den Fonds Nachhaltigkeitskultur des Rates für Nachhaltige Entwicklung.

„Was machen wir, wenn das Wasser alle ist?“, „Warum gibt es Menschen, die nicht abgeben?“
Mit diesen und anderen Fragen beschäftigten sich in der vergangenen Woche zehn Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren im Rahmen einer fünftägigen Illustrations- und Diskussionswerkstatt in Lübeck.
Die kreative Ferienwerkstatt „Mit dem Staunen fängt es an – Fragen an die Welt in Wort und Bild“ der Bücherpiraten bildet den Auftakt des Projekts „Das weiße Blatt – Weltbilder und Bilderwelten zum Weiterdenken mit Kindern“, das die Büchereizentrale Schleswig-Holstein in Kooperation mit den Bücherpiraten durchführt. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche dazu anzuregen, über ihre Vorstellungen von einer lebenswerten Umwelt nachzudenken. Das Vorhaben knüpft an die zentralen Kernbotschaften der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (UN) an.

Auf Initiative der Bücherpiraten sammelte ein Netzwerk aus Pädagogen im gesamten deutschsprachigen Raum Gedanken und Eindrücke von Kindern im Vor- und Grundschulalter. Welche Fragen haben Kinder an die Welt, wenn sie über Frieden nachdenken oder Dinge in der Natur entdecken, wenn sie von ihrem Zuhause und ihren Familien erzählen – was wollen Kinder wissen? Und was wollen sie verändern?
Unter der pädagogischen Leitung von Martin Gries und mit Unterstützung der Illustratorin Anne Hofmann wurde fünf Tage lang diskutiert, geschrieben und gestaltet. Aus 17 ausgewählten Fragen und Gedanken zu Zielen der UN-Agenda ist das illustrierte Buch „Wie entsteht eigentlich Zukunft“ entstanden, das während der Werkstattwoche bereits in 30 Sprachen übertragen wurde, darunter Arabisch, Englisch, Französisch, Mandarin, Russisch, Spanisch und Plattdeutsch. Abrufbar ist das Ergebnis als kostenloser Download unter www.bilingual-picturebooks.org.

In der zweiten Projektphase hält das Bilderbuch Anfang nächsten Jahres in Form von Bildkartensätzen für das Kamishibai-Erzähltheater Einzug in Schleswig-Holsteins Bibliotheken. Thematisch vom Lektorat der Büchereizentrale auf die Fragestellungen abgestimmte Medienangebote laden Kinder im Vor- und Grundschulalter zum Weiterdenken und kreativen Mitgestalten ein. Auch ein animierter Kurzfilm wird zu dem Projekt entstehen, der die Ideen und Bilder der Kinder und Jugendlichen in die Welt trägt.

Für Susanne Brandt, Projektleiterin der Büchereizentrale Schleswig-Holstein, sind Öffentliche Bibliotheken wichtige Vermittler im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung: „Sie laden Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Dörfern und Städten dazu ein, die Welt, in der wir leben, in vielerlei Weise wahrzunehmen, über den Tellerrand zu schauen und miteinander Ideen zu verwirklichen. Dafür brauchen Menschen nicht nur Informationen, sondern ebenso Geschichten, Fantasie, Erfahrungen mit Kunst und Kreativität, einen lebendigen Austausch und persönliche Begegnungen. Auch die Bibliotheken selbst brauchen für diese Aufgaben Partner und Netzwerke. Deswegen sind Kooperationen wie hier mit den Bücherpiraten von großer Bedeutung beim gemeinsamen Engagement für eine lebenswerte Zukunft.“

„Kinder fragen sich, wie es sein wird, wenn sie größer werden. Wenn wir Erwachsene darüber nachdenken, was wir in den nächsten Jahren ändern werden oder so belassen wie es ist, sollten wir vorher hinhören, was Kinder beschäftigt. Denn sie werden diese Zukunft leben. Ich hoffe, das Projekt verschafft den Fragen der Kinder einen großen Raum“, ergänzte Martin Gries, pädagogischer Leiter der Bücherpiraten anlässlich des Projektstarts in Lübeck.

„Bibliothek ist Stadtentwicklung“

Rendsburg, 28.06.2018

Austausch über Potential und Nutzen Öffentlicher Bibliotheken in der digitalen Gesellschaft für Schleswig-Holsteins Städte und Gemeinden auf höchster kommunaler Ebene.

Mit der Veranstaltung „Bibliothek ist Stadtentwicklung“ zeigte das Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein gemeinsam mit dem Deutschen Bibliotheksverband (dbv) Chancen auf für den Ausbau von Bibliotheken zu attraktiven und unverzichtbaren Orten in den Städten und Gemeinden und bot der Kommunalpolitik gleichzeitig ein Forum für Meinungsbildung und Austausch. Rund 40 Entscheiderinnen und Entscheider für die Stadt- und Gemeindeentwicklung kamen gestern (27.06.) im Gästehaus der Landesregierung in Kiel zusammen.

Innenminister Hans-Joachim Grote hob in seiner Begrüßung die gesellschaftliche Bedeutung von Bibliotheken für die Stadtentwicklung hervor:

„Bibliotheken können als Ort gelebter Demokratie Tendenzen der Spaltung und Vereinsamung im digitalen Zeitalter entgegenwirken. Sie bieten als niedrigschwellige Anlaufstelle Möglichkeiten zur Identifikation mit der kommunalen Gesellschaft und sind damit auch ganz entscheidende Bausteine für gelingende Integration. Öffentliche Bibliotheken können für die Stadtentwicklung wertvolle Impulse geben“, so Grote.
In Zeiten der digitalen Gesellschaft sind Bibliotheken gefordert, ihre Kernkompetenzen weiterzuentwickeln, z.B. in den Bereichen Leseförderung und Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz. Zunehmend verstehen sich Bibliotheken als sogenannte „Dritte Orte“, die neben einer hohen Aufenthaltsqualität Möglichkeiten zum Lernen, zur Information und zum Austausch bieten. Befördert durch technische Fortschritte ermöglichen Bibliotheken innerhalb der Kommunen, allen Bürgerinnen und Bürgern – unabhängig von Einkommen, Status, Alter, Geschlecht oder Herkunft – die gesellschaftliche Teilhabe und tragen so zu einem guten Miteinander bei.

„Wie können Bibliotheken dritte Orte für alle werden?“, fragte der niederländische Creative Guide und Architekt Aat Vos in seinem Hauptvortrag, der auf die veränderte Bedeutung von Bibliotheken und den sich daraus ergebenden Chancen spezialisiert ist. Der gefeierte Designer und Autor aus Donderen (NL) entwickelt seit mehr als 20 Jahren innovative Bibliothekskonzepte in ganz Europa und stellt sich dabei immer wieder der Frage, wie kommunale Einrichtungen im rasanten gesellschaftlichen und technologischen Wandel relevant bleiben können. Aus Sicht von Vos müssen Bibliotheken dabei ein neues, erweitertes Rollenverständnis als Akteur im öffentlichen Raum bekommen.

Einen Einblick in Finanzierungsmöglichkeiten am Beispiel der Städtebauförderung gab Ministerialdirigent Norbert Scharbach (Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein). Starke Impulse für die städtebauliche Einbeziehung Öffentlicher Bibliotheken lieferten Best-Practice-Beispiele aus Dänemark, wo Bibliotheken auch als soziale und kreative Zentren des öffentlichen Lebens oft in Verbindung mit den Bürgerbüros fest in den Kommunen verankert sind.

"Bibliothek ist Stadtentwicklung" ist eine gemeinsame Veranstaltung des Ministeriums für Inneres, ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein und des dbv-Landesverbandes Schleswig-Holstein.

„Bibliothek als Ort“ – Zukunftskonzepte für Schleswig-Holsteins Bibliotheken

Rendsburg, 21.03.2018

Das Bibliotheksforum Schleswig-Holstein 2018 präsentierte die neuesten Entwicklungen im norddeutschen Bibliothekswesen.

Unter dem Motto „Bibliothek als Ort“ fand heute in Rendsburg einer der bedeutendsten regionalen Fachkongresse für den Bibliotheksbereich statt. Rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Öffentlichen Bibliotheken kamen aus Norddeutschland und Süddänemark zusammen, um sich über aktuelle Themen und Konzepte rund um die Zukunft der Bibliotheken zu informieren.

In seiner Eröffnungsrede betonte Jens A. Geißler, Landesvorsitzender des Berufsverbandes Information Bibliothek (BIB): „Bibliotheken sind von enormer gesellschaftlicher Bedeutung, weil sie ein nichtkommerzieller, öffentlicher Ort für alle sind und damit etwas, was in den letzten Jahrzehnten moderner Stadtplanung oft vernachlässigt wurde. Mit dem Mut zur Veränderung und zur Beteiligung breiter Bevölkerungsgruppen können sie sich zu einem für die Demokratie und die Offene Gesellschaft unverzichtbaren Treffpunkt und Lernort weiterentwickeln, der Plattform und Forum, Rückzugsort, Inspirationsquelle und Begegnungsraum zugleich sein kann.“

Mit dem Verlust ihres Informationsmonopols und dem Entstehen kommerzieller Konkurrenz für klassische Bibliotheksangebote wandelt sich auch die Rolle von Bibliotheken: Der veränderten Bedeutung des Medienangebotes in Zeiten der Digitalisierung steht die wachsende Bedeutung neuer Services und Dienstleistungen gegenüber. Befördert durch technische Fortschritte entwickeln sich Bibliotheken zunehmend zu sogenannten „Dritten Orten“, die neben einer hohen Aufenthaltsqualität Möglichkeiten zum Lernen, zur Information und Kommunikation bieten. Geprägt wurde der Begriff „Third Place“ erstmals 1989 durch den amerikanischen Soziologen Ray Oldenburg. Er maß diesem Raum, der neben dem eigenen Zuhause („Erster Ort“) und dem Arbeitsplatz („Zweiter Ort“) existiert, eine große Bedeutung für das Funktionieren einer Gesellschaft bei.

„Wie können Bibliotheken dritte Orte für alle werden?“, fragte der niederländische Creative Guide und Architekt Aat Vos in seinem Hauptvortrag, der sich mit der veränderten Bedeutung von Bibliotheken und den sich daraus ergebenden Chancen befasst. Der gefeierte Designer und Autor aus Donderen (NL) entwickelt seit mehr als 20 Jahren innovative Bibliothekskonzepte in ganz Europa und stellt sich dabei immer wieder der Frage, wie kommunale Einrichtungen im rasanten gesellschaftlichen und technologischen Wandel relevant bleiben können. Aus Sicht von Vos müssen Bibliotheken dabei ein völlig neues Rollenverständnis als Akteur im öffentlichen Raum bekommen.

Weitere Impulse für die Neupositionierung Öffentlicher Bibliotheken lieferten Best-Practice-Beispiele aus Einrichtungen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Dänemark.

Das Bibliotheksforum Schleswig-Holstein wird in regelmäßigem Turnus von den bibliothekarischen Landesverbänden Deutscher Bibliotheksverband (dbv) und Berufsverband Information Bibliothek e.V. (BIB) in Kooperation mit der Büchereizentrale Schleswig-Holstein veranstaltet.

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