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Büchereiverein Schleswig-Holstein verabschiedet Vorsitzenden Rolf Teucher

Rendsburg, 26. Mai 2016

In einer Feierstunde im Rahmen seiner diesjährigen Mitgliederversammlung hat der Büchereiverein Schleswig-Holstein e.V. seinen langjährigen Vorsitzenden Rolf Teucher verabschiedet.

Rolf Teucher hat in den vergangenen Jahrzehnten die Entwicklung des Büchereiwesens in Schleswig-Holstein maßgeblich geprägt und grundlegende Neuerungen auf den Weg gebracht. So trug er u.a. zu einer Neuorganisation des Büchereiwesens in Schleswig-Holstein bei, indem er an der Auflösung der bis in die 90er Jahre vorherrschenden Doppelstruktur mit dem „Deutschen Grenzverein“ im Norden und dem „Verein Büchereiwesen in Holstein“ im Süden mitwirkte und beide Systeme zusammenführte. Daraus hervor ging 1995 der heutige Büchereiverein Schleswig-Holstein e.V.

Rolf Teucher trieb fortwährend die flächendeckende Förderung und Entwicklung des Büchereiwesens in Schleswig-Holstein voran und setzte sich für eine Absicherung der Finanzierung durch das Finanzausgleichsgesetz (FAG) ein. Nach und nach wurden unter dem Vorsitz Teuchers auch die Bibliotheken der kreisfreien Städte Flensburg, Kiel und Neumünster in die Förderung und Kooperation einbezogen. Nach 26 Jahren zieht sich Rolf Teucher nun zurück aus seinem Ehrenamt und dankte den Anwesenden für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Pläne für die Zeit danach hat der Rendsburger bereits gefasst: „Ich freue mich auf ein gelingendes Nichtstun – und ein gutes Buch.“

Anke Spoorendonk, Kulturministerin des Landes Schleswig-Holstein, würdigte in ihrer Laudatio den Einsatz und die Leistung des 71-Jährigen für das schleswig-holsteinische Büchereiwesen und hob Teuchers breites und lang währendes Engagement hervor, für das er im vergangenen Jahr mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden war. Spoorendonk betonte, Teucher habe bei seiner Arbeit „immer die Belange der Bibliotheken im Blick gehabt“.

Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen, Geschäftsführer des Büchereivereins Schleswig-Holstein, dankte Rolf Teucher für seine ehrenamtliche Tätigkeit für den Büchereiverein. Teucher habe dem Verein Ziel, Richtung und den erforderlichen Handlungsrahmen gegeben. „Sie haben nicht nur Türen geöffnet, sondern auch Wege gefunden, um die Interessen und Bedürfnisse der Bibliotheken an oberster Stelle vorzutragen“, so Lorenzen.

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung in Rendsburg haben die Mitglieder des Büchereivereins turnusgemäß einen neuen Vorstand gewählt. Als Nachfolger für Rolf Teucher wirkt in den nächsten Jahren Hans-Joachim Grote (Oberbürgermeister der Stadt Norderstedt). Als stellvertretender Vorsitzender wurde Otto Wilke (Amtsdirektor des Amtes Südtondern) im Amt bestätigt. Dem neuen Vorstand gehören außerdem an: Jörg Bülow (Schleswig-Holsteinischer Gemeindetag), Annette Glage (Kreistagsabgeordnete Bad Segeberg), Beate Raudies (Landtagsabgeordnete) Wolfgang Röttgers (Stadtrat für Finanzen, Personal, Kultur und Ordnung der Stadt Kiel) und Peter Sönnichsen (Landtagsabgeordneter).

Informationen zum Büchereiverein Schleswig-Holstein e.V.

Gemäß Artikel 9 Abs. 3 der Landesverfassung wird das Büchereiwesen in Schleswig-Holstein in gemeinsamer Verantwortung und gegenseitiger Verpflichtung vom Land, den Städten, Gemeinden und Kreisen getragen. In Schleswig-Holstein hat das Land die Aufgabe der Büchereiförderung dem Büchereiverein Schleswig-Holstein e.V. übertragen. Der Verein ist Träger der Büchereizentrale Schleswig-Holstein, der Dienstleistungseinrichtung zur Unterstützung der öffentlichen Büchereien im Land.

Der Büchereiverein hat rund 130 Mitglieder. Als Mitglieder können dem Verein die Kreise, Städte, Gemeinden, der Deutsche Grenzverein und andere Einrichtungen, die eine öffentliche Stadtbücherei unterhalten oder dauerhaft finanziell fördern sowie Ämter, die einen Fahrbüchereivertrag abgeschlossen haben, beitreten.

Der Büchereiverein fördert und entwickelt gemäß seiner Satzung das öffentliche Büchereiwesen in Schleswig-Holstein mit dem Ziel einer flächendeckenden Medien- und Informationsversorgung der Bevölkerung in allen Teilen des Landes. Zu diesem Zweck schließt er mit seinen Mitgliedskommunen privatrechtliche Verträge ab, die für die öffentlichen Büchereien eine sachgerechte Ausstattung und eine kontinuierliche Finanzierung sicherstellen. Die Förderung erfolgt auf der Grundlage landesweit geltender auf Leistungszahlen basierender Förderkriterien.

Die Laudatio von Frau Anke Spoorendonk, Ministerin für Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein, finden Sie hier.

Winterzeit ist Vorlesezeit! – Zehn Jahre Dezembergeschichten

Rendsburg, 27. November 2015

Zum zehnten Mal in Folge startet am Freitag vor dem 1. Advent in Schleswig-Holstein unter der Schirmherrschaft von Frau Ministerin Anke Spoorendonk die landesweite Vorleseinitiative „Dezembergeschichten“ der Büchereizentrale Schleswig-Holstein.

Nach der inhaltlichen Umgestaltung im letzten Jahr präsentieren sich die „Dezemberge-schichten“ zum zweiten Mal in veränderter Form – diesmal mit einer weiteren Neuerung: Neben dem „Dezemberbuch des Jahres“ mit Vorlesegeschichten für jeden Tag, die sich an Grundschulkinder der 3. und 4. Klassen richten, wird ergänzend auch das „Kleine Dezemberbuch des Jahres“ angeboten. Die von der „Stiftung Lesen“ als Vorlesebuch empfohlene adventliche Geschichtensammlung „Das Weihnachtslied der Tiere“ richtet sich an jüngere Zuhörer in Kindertagesstätten und Grundschulen (Klasse 1-2). Mehr als 300 Exemplare der beiden Dezemberbücher wurden in den vergangenen Wochen über die Büchereizentrale bezogen und sind in vielen Büchereien im ganzen Land zu entleihen.

Seit 2006 fördert die Vorleseinitiative die Kooperation von Bibliotheken und Schulen und leistet einen Beitrag zur Stärkung von Lesemotivation und Lesefreude bei Kindern. Mit der Erweiterung in diesem Jahr soll künftig auch die Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten intensiviert werden. Grundschulen können die Initiative weiterhin als „literarischen Adventskalender“ nutzen: Dabei wird an jedem Schultag im Dezember eine „5-Minuten-Geschichte“ aus dem Buch vorge-lesen und mit einer Mitmach-Idee zur Sprach- und Leseförderung vertieft. Die Mitmachvorschläge zu den Geschichten für jüngere Kinder legen einen besonderen Schwerpunkt auf das gemeinsame Singen eines einfachen Liedes, das sich wie ein roter Faden durch die Tage zieht und das Vorlesen begleitet. Durch die überschaubare Geschichtenauswahl – sieben Geschichten für jeden zweiten Tag im Advent – lässt diese Sammlung mehr Zeit und Raum zum Gestalten, Wiederholen und Vertiefen.

Wie bereits im Vorjahr können alle Informationen und Materialien auf der Seite www.dezembergeschichten.de heruntergeladen werden und bieten vielfältige Mitmach-Möglichkeiten in der Adventszeit. Der freie Online-Zugang zu den Materialien und die breite Verfügbarkeit der „Dezemberbücher des Jahres“ erweitern die Einsatzmöglichkeiten: Das Angebot kann individuell als Anregung zum Vorlesen genutzt werden – für Jung und Alt, im Kindergarten, in der Schule, in der Bücherei oder in der Familie.

„Schon eine kleine Zäsur im Alltag mit einer 5-Minuten-Geschichte kann dabei helfen, für einen Moment innezuhalten – gerade in unruhigen Zeiten. Einander zuhören, miteinander nachdenken, singen und erzählen – das sind wichtige gemeinschaftsstiftende Erfahrungen, die durch kleine Geschichten angeregt werden“, sagt Susanne Brandt von der Büchereizentrale, die das Projekt koordiniert. „Wir erleben in diesem Jahr durch das aktuelle Weltgeschehen an vielen Orten besondere Herausforderungen, die für manche Menschen mit Verunsicherung und Neuorientierung in vielen Lebensbereichen verbunden sind. Umso wichtiger ist es, in der Adventszeit immer wieder auch gemeinsam zur Ruhe zu kommen und Vertrautheit untereinander langsam wachsen zu lassen.“

In der Gemeindebücherei Bordesholm, wo die landesweite Auftaktveranstaltung am heutigen Vormittag stattfand, las Susanne Bieler-Seelhoff, Leiterin der Kulturabteilung im Ministerium für Justiz, Kultur und Europa, Kindern der benachbarten Lindenschule eine Geschichte aus dem „Kleinen Dezemberbuch“ vor und öffnete den ersten Dezemberbrief. Sie sieht im gemeinsamen Vorlesen die besondere Chance der Initiative und hob hervor: „Lesen bedeutet Abenteuer im Kopf zu erleben. Zusammen lesen heißt, sich mit Geschwistern, mit Freunden oder in der Schule gemeinsam zu freuen, neuen Erlebnissen entgegen zu fiebern und darüber miteinander ins Gespräch zu kommen. Das wirkt lange nach. Die Dezembergeschichten sind ein wichtiger Baustein dafür, die Lust am Buch so früh wie möglich zu wecken und zu fördern“. Ganz in diesem Sinne klang die Auftaktveranstaltung mit einem gemeinsamen Lied zur vorgelesenen Geschichte aus.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Landesweite Eröffnung der 32. Kinder- und Jugendbuchwochen

Rendsburg, 13. November 2015

Eröffnung der Kinder- und Jugendbuchwochen: Vorhang auf für größtes Lesefest in Schleswig-Holstein!

Zum 32. Mal reisen 34 AutorInnen zu 300 Lesungen in 76 Büchereien im Land und wecken bei Kindern und Jugendlichen die Lust am Lesen.

Vom 16. bis zum 28. November finden in ganz Schleswig-Holstein wieder die Kinder- und Jugendbuchwochen statt. In gut 80 Büchereien und Schulen sind 34 Autoren, Illustratoren, Geschichtenerzähler und Liedermacher eingeladen, um ihre Freude an Literatur, Geschichten und Sprache mit Kindern- und Jugendlichen zu teilen.

Etwa 15.000 Kinder und Jugendliche aus 500 Kindergartengruppen und Schulklas-sen haben in diesem Jahr bei fast 300 Lesungen, Workshops und Theaterauffüh-rungen die Chance, einen Autor oder Künstler zu treffen, neue literarische Welten zu entdecken und Anregungen zum eigenen Schreiben zu sammeln.

Mit Daria Wilke und Stanislav Vostokov werden in diesem Jahr erstmals zwei rus-sischsprachige Autoren im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchwochen auf Leser-eise durch Schleswig-Holstein gehen. Ermöglicht wird dies durch VivaVostok, ein Programm der Robert Bosch Stiftung in Zusammenarbeit mit der Internationen Ju-gendbibliothek München. Ziel ist es, den besten und spannendsten Kinder- und Ju-gendbuchautoren aus den Ländern Mittel- und Osteuropas die Tür zu öffnen, damit sie ihre Werke im deutschsprachigen Raum präsentieren können. ViVaVostok lädt junge Leser ein, in fremde Lebenswelten einzutauchen, fremdsprachigen Autoren und Illustratoren persönlich zu begegnen und sich von einer einfallsreichen und phantasievollen Literatur verzaubern zu lassen.

Den Startschuss für das landesweit größte Lesefest gab Landtagspräsident Klaus Schlie am vergangenen Freitag (13.11.) in der Stadtbibliothek Bad Oldesloe. In einer zweisprachigen Lesung präsentierte Daria Wilke ihren bisher nicht auf Deutsch erschienenen Jugendroman „Die Narrenkappe“. Extra für die Kinder- und Jugend-buchwochen wurde im Vorfeld eine Auszugsübersetzung angefertigt, aus der die Hamburger Dolmetscherin Christine Mielsch vorlas. Begleitet wurde der Abend von Schülerinnen der Musikschule Bad Oldesloe an der Harfe.

Landtagspräsident Klaus Schlie unterstützt die Kinder- und Jugendbuchwochen seit vielen Jahren als Schirmherr und betonte die Bedeutung für die Leseförderung im Land: „‘Bücher schicken Menschen auf Reisen‘, so heißt es. Das gilt in besonderem Maße für Kinder- und Jugendbücher. Sie entführen in reale aber auch in fantastische Welten, sie erweitern den Horizont, sie machen neugierig und sie machen schlau. Sie sollen vor allem Freude bringen.“ Der Landtagspräsident betonte, dass Kinder und Jugendliche ein sehr anspruchsvoller Leserkreis seien: „Sie merken recht schnell, was ihnen gefällt, was sie bewegt und worin sie sich hinein versetzen kön-nen.“ Gleichwohl sei es wichtig, junge Menschen frühzeitig auch an Fragen und Sachverhalte heranzuführen, denen sie sich später einmal persönlich stellen müss-ten, ergänzte Schlie.

Das Programm der kommenden zwei Wochen ist vielfältig: 34 namhafte Autoren und Künstler reisen vom 16. bis zum 28. November durch ganz Schleswig-Holstein. Dabei sind neben den russischen Gästen Daria Wilke und Stanislav Vostokov unter anderem der ???-Autor Ulf Blanck, außerdem Juma Kliebenstein, Fabian Lenk, Ma-ja Nielsen, Alice Pantermüller, Volker Präkelt, Patricia Prawit als Stimme des Burg-fräuleins Bö der Ritter Rost Musicals und die Jugendliteraturpreisträgerin 2014 Mar-tina Wildner.


Weitere Informationen finden Sie hier.