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„Bibliothek ist Stadtentwicklung“

Rendsburg, 28.06.2018

Austausch über Potential und Nutzen Öffentlicher Bibliotheken in der digitalen Gesellschaft für Schleswig-Holsteins Städte und Gemeinden auf höchster kommunaler Ebene.

Mit der Veranstaltung „Bibliothek ist Stadtentwicklung“ zeigte das Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein gemeinsam mit dem Deutschen Bibliotheksverband (dbv) Chancen auf für den Ausbau von Bibliotheken zu attraktiven und unverzichtbaren Orten in den Städten und Gemeinden und bot der Kommunalpolitik gleichzeitig ein Forum für Meinungsbildung und Austausch. Rund 40 Entscheiderinnen und Entscheider für die Stadt- und Gemeindeentwicklung kamen gestern (27.06.) im Gästehaus der Landesregierung in Kiel zusammen.

Innenminister Hans-Joachim Grote hob in seiner Begrüßung die gesellschaftliche Bedeutung von Bibliotheken für die Stadtentwicklung hervor:

„Bibliotheken können als Ort gelebter Demokratie Tendenzen der Spaltung und Vereinsamung im digitalen Zeitalter entgegenwirken. Sie bieten als niedrigschwellige Anlaufstelle Möglichkeiten zur Identifikation mit der kommunalen Gesellschaft und sind damit auch ganz entscheidende Bausteine für gelingende Integration. Öffentliche Bibliotheken können für die Stadtentwicklung wertvolle Impulse geben“, so Grote.
In Zeiten der digitalen Gesellschaft sind Bibliotheken gefordert, ihre Kernkompetenzen weiterzuentwickeln, z.B. in den Bereichen Leseförderung und Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz. Zunehmend verstehen sich Bibliotheken als sogenannte „Dritte Orte“, die neben einer hohen Aufenthaltsqualität Möglichkeiten zum Lernen, zur Information und zum Austausch bieten. Befördert durch technische Fortschritte ermöglichen Bibliotheken innerhalb der Kommunen, allen Bürgerinnen und Bürgern – unabhängig von Einkommen, Status, Alter, Geschlecht oder Herkunft – die gesellschaftliche Teilhabe und tragen so zu einem guten Miteinander bei.

„Wie können Bibliotheken dritte Orte für alle werden?“, fragte der niederländische Creative Guide und Architekt Aat Vos in seinem Hauptvortrag, der auf die veränderte Bedeutung von Bibliotheken und den sich daraus ergebenden Chancen spezialisiert ist. Der gefeierte Designer und Autor aus Donderen (NL) entwickelt seit mehr als 20 Jahren innovative Bibliothekskonzepte in ganz Europa und stellt sich dabei immer wieder der Frage, wie kommunale Einrichtungen im rasanten gesellschaftlichen und technologischen Wandel relevant bleiben können. Aus Sicht von Vos müssen Bibliotheken dabei ein neues, erweitertes Rollenverständnis als Akteur im öffentlichen Raum bekommen.

Einen Einblick in Finanzierungsmöglichkeiten am Beispiel der Städtebauförderung gab Ministerialdirigent Norbert Scharbach (Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein). Starke Impulse für die städtebauliche Einbeziehung Öffentlicher Bibliotheken lieferten Best-Practice-Beispiele aus Dänemark, wo Bibliotheken auch als soziale und kreative Zentren des öffentlichen Lebens oft in Verbindung mit den Bürgerbüros fest in den Kommunen verankert sind.

"Bibliothek ist Stadtentwicklung" ist eine gemeinsame Veranstaltung des Ministeriums für Inneres, ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein und des dbv-Landesverbandes Schleswig-Holstein.

„Bibliothek als Ort“ – Zukunftskonzepte für Schleswig-Holsteins Bibliotheken

Rendsburg, 21.03.2018

Das Bibliotheksforum Schleswig-Holstein 2018 präsentierte die neuesten Entwicklungen im norddeutschen Bibliothekswesen.

Unter dem Motto „Bibliothek als Ort“ fand heute in Rendsburg einer der bedeutendsten regionalen Fachkongresse für den Bibliotheksbereich statt. Rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Öffentlichen Bibliotheken kamen aus Norddeutschland und Süddänemark zusammen, um sich über aktuelle Themen und Konzepte rund um die Zukunft der Bibliotheken zu informieren.

In seiner Eröffnungsrede betonte Jens A. Geißler, Landesvorsitzender des Berufsverbandes Information Bibliothek (BIB): „Bibliotheken sind von enormer gesellschaftlicher Bedeutung, weil sie ein nichtkommerzieller, öffentlicher Ort für alle sind und damit etwas, was in den letzten Jahrzehnten moderner Stadtplanung oft vernachlässigt wurde. Mit dem Mut zur Veränderung und zur Beteiligung breiter Bevölkerungsgruppen können sie sich zu einem für die Demokratie und die Offene Gesellschaft unverzichtbaren Treffpunkt und Lernort weiterentwickeln, der Plattform und Forum, Rückzugsort, Inspirationsquelle und Begegnungsraum zugleich sein kann.“

Mit dem Verlust ihres Informationsmonopols und dem Entstehen kommerzieller Konkurrenz für klassische Bibliotheksangebote wandelt sich auch die Rolle von Bibliotheken: Der veränderten Bedeutung des Medienangebotes in Zeiten der Digitalisierung steht die wachsende Bedeutung neuer Services und Dienstleistungen gegenüber. Befördert durch technische Fortschritte entwickeln sich Bibliotheken zunehmend zu sogenannten „Dritten Orten“, die neben einer hohen Aufenthaltsqualität Möglichkeiten zum Lernen, zur Information und Kommunikation bieten. Geprägt wurde der Begriff „Third Place“ erstmals 1989 durch den amerikanischen Soziologen Ray Oldenburg. Er maß diesem Raum, der neben dem eigenen Zuhause („Erster Ort“) und dem Arbeitsplatz („Zweiter Ort“) existiert, eine große Bedeutung für das Funktionieren einer Gesellschaft bei.

„Wie können Bibliotheken dritte Orte für alle werden?“, fragte der niederländische Creative Guide und Architekt Aat Vos in seinem Hauptvortrag, der sich mit der veränderten Bedeutung von Bibliotheken und den sich daraus ergebenden Chancen befasst. Der gefeierte Designer und Autor aus Donderen (NL) entwickelt seit mehr als 20 Jahren innovative Bibliothekskonzepte in ganz Europa und stellt sich dabei immer wieder der Frage, wie kommunale Einrichtungen im rasanten gesellschaftlichen und technologischen Wandel relevant bleiben können. Aus Sicht von Vos müssen Bibliotheken dabei ein völlig neues Rollenverständnis als Akteur im öffentlichen Raum bekommen.

Weitere Impulse für die Neupositionierung Öffentlicher Bibliotheken lieferten Best-Practice-Beispiele aus Einrichtungen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Dänemark.

Das Bibliotheksforum Schleswig-Holstein wird in regelmäßigem Turnus von den bibliothekarischen Landesverbänden Deutscher Bibliotheksverband (dbv) und Berufsverband Information Bibliothek e.V. (BIB) in Kooperation mit der Büchereizentrale Schleswig-Holstein veranstaltet.

„Mobiler Makerspace Schleswig-Holstein“ – Bibliotheken schaffen Wissen

Rendsburg, 02. Februar 2018

Die Büchereizentrale Schleswig-Holstein entwickelt Angebote zur Stärkung der MINT-Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen in Öffentlichen Bibliotheken.

Die Büchereizentrale Schleswig-Holstein entwickelt Angebote zur Stärkung der MINT-Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen in Öffentlichen Bibliotheken.
Makerspace, Fablab, DIY – das sind Schlagworte, die immer häufiger auch im Zusammenhang mit Bibliotheken genannt werden. Bundesweit richten vor allem Großstadtbibliotheken oder Bibliotheken im universitären Bereich diese offenen Werkstätten ein. Der Makerspace ist dabei mehr als die logische Weiterentwicklung bereits vorhandener Angebote; er bietet Bibliotheken die Möglichkeit, ihre Kernkompetenzen in Zeiten des digitalen Wandels zu unterstreichen: Bibliotheken sind Orte des Lernens, der Kommunikation und der (gesellschaftlichen) Teilhabe.

Mit dem Projekt „Mobiler Makerspace Schleswig-Holstein“ hat die Büchereizentrale Schleswig-Holstein ein Angebot entwickelt, das es Öffentlichen Bibliotheken im Land ermöglicht, ihre Kompetenzvermittlung auf den technisch-naturwissenschaftlichen Bereich auszuweiten und zu Orten zu werden, die Wissen schaffen: Das Projekt greift die aus den USA stammende „Makerspace“-Bewegung auf und unterstützt Büchereien bei der Einrichtung offener Kreativräume. In sogenannten „Makerspaces“ können Bibliotheksbesucher neue Technologien spielerisch kennenlernen und selbst aktiv werden. Der fahrbare Bienenroboter Bee-bot beispielsweise lässt sich leicht mithilfe von Tasten programmieren, um einen vorgegebenen Parcours abzufahren. Kinder erhalten nicht nur einen Einblick in die Robotik, sondern trainieren gleichzeitig analytisches und vorausschauendes Denken. Der „Mobile Makerspace Schleswig-Holstein“ trägt so dazu bei, Kinder und Jugendliche außerhalb des schulischen Lernraums an technologische Inhalte heranzuführen und frühzeitig das Interesse an MINT-Themen in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft zu wecken.

Gefördert durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein konnten drei innovative Hardwarepakete konzipiert werden, die künftig als Austauschbestände von Büchereien im ganzen Land entliehen werden können. Zusammengestellt wurde die Auswahl vom Lektorat der Büchereizentrale in Anlehnung an ein Vorhaben der HTW Chur. Jeder „Mobile Makerspace“ umfasst sieben unterschiedliche technische Geräte sowie einen Schneideplotter und vier Tablet-PCs im Wert von 4.600 Euro. Enthalten sind u.a. Elektronik-Bausätze und programmierbare Lernroboter für unterschiedliche Altersgruppen. Die einzelnen Elemente bieten eine große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten und lassen den Bibliotheken Raum für die Umsetzung individueller Veranstaltungskonzepte.

Ziel ist es, auch kleineren Büchereien in Schleswig-Holstein erste Makerspace-Aktivitäten zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen Angebote zum Experimentieren und Programmieren das technische Verständnis und eigenständige Lernen bei Kindern und Jugendlichen anregen.

Für Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen, Direktor der Büchereizentrale Schleswig-Holstein, sind Öffentliche Bibliotheken gefordert, den digitalen Wandel mit der Bereitstellung vielfältiger digitaler Angebote zu unterstützen: „Mit den neuen Makerspace-Boxen können die Öffentlichen Bibliotheken in Schleswig-Holstein einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Schlüsselqualifikationen im Umgang mit neuen Technologien zu vermitteln und sich auf wandelnde Qualifikationsanforderungen in der Arbeitswelt einzustellen.“

„Genau solche Projekte hatte das Kulturministerium im Blick, als es 2016 die Projektförderung für Innovationen in Öffentlichen Bibliotheken initiierte und als ein Themenschwerpunkt die Steigerung der Medien- und Informationskompetenz zur Überwindung der ‚digitalen Spaltung’ auslobte“, sagte Kultur-Staatssekretär Dr. Oliver Grundei. „Wir haben für dieses Projekt daher gern 13.800 Euro bewilligt und freuen uns auf weitere gute Anträge von den Bibliotheken und dem Büchereiverein für dieses Förderprogramm. Durch diese – zunächst drei – neuen mobilen Makerspace-Kisten können wir vor Ort nicht nur neue Zielgruppen erschließen und Kindern und Jugendlichen einen anderen Zugang bieten, sondern auch ausprobieren, wo solche Angebote angenommen werden und wo Bedarf nach mehr besteht.“

Landesweiter Auftakt in der Gemeindebücherei Kropp
Zum landesweiten Start des von der Büchereizentrale initiierten Projekts überreichte Staatssekretär Dr. Oliver Grundei in der Gemeindebücherei Kropp den ersten „Mobilen Makerspace“. Ein begleitender Workshop eröffnete Schülerinnen und Schüler der 4b der Geestlandschule Kropp spielerisch einen ersten Zugang zum Programmieren.
Die Leihverkehrs- und Ergänzungsbibliothek in Flensburg hält insgesamt drei Sets des „Mobilen Makerspace Schleswig-Holstein“ vor, die ab sofort von Stadt- und Gemeindebüchereien in ganz Schleswig-Holstein entliehen werden können.

Weitere Informationen finden Sie hier.
 

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